Logo_SPENDE_kl_80p_breit20
Kopf_Newsletter_AUSWEGE_INFOS_WEB


Für kranke Kinder aus armen Familien: AUSWEGE plant Sozialfond

Sozialfond_Trommer_Hof_Dez08_DSCF1205
Um chronisch kranken Kindern aus armen Familien die Teilnahme an unseren „Sommercamps“ zu ermöglichen, will die Stiftung AUSWEGE einen Sozialfond einrichten. (Foto li.: teilnehmender Junge bei unserem Sommercamp 2008 im Odenwald.)

Zwar bieten unsere Camps Behandlung und medizinische Beratung, psychologische Begleitung und pädagogische Betreuung kostenlos, dank des ehrenamtlichen Einsatzes aller beteiligten Therapeuten. Doch die Kosten für Fahrt, Unterkunft und Verpflegung belaufen sich pro Kind auf durchschnittlich 500 Euro – ein solcher Betrag überfordert einkommensschwache Eltern in der Regel, und unserer Stiftung fehlen die Mittel, in jedem Fall Zuschüsse zu leisten. Dafür bitten wir die Leser dieses Newsletters um eine Spende. Deren guter Zweck belegen die Erfolgsbilanzen unserer Camps: Ein chronisch krankes Kind hat dort eine 80prozentige Chance, innerhalb von acht bis neun Tagen gesundheitliche Fortschritte zu machen wie zuvor seit Monaten und Jahren nicht.

Auf fast drei Millionen ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Deutschland angestiegen, die in relativer Armut leben. Als sozial benachteiligt gelten Kinder von Einwanderern, Arbeitslosen, Sozialhilfeempfängern, Alleinerziehenden und kinderreichen Familien. Beengter Wohnraum, schlechte Ernährung, Ausschluss von gesellschaftlichen Aktivitäten durch fehlendes Geld, Alkoholsucht oder Gewaltbereitschaft der Eltern, die ihre soziale Randstellung kompensieren, sind Belastungen sozial benachteiligter Kinder. Materielle Armut – besonders in einem reichen Land – hat Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit. Gleichzeitig können sich sozial Benachteiligte die Leistungen des Versorgungssystems oft nur schwer erschließen.

Im "Kinder- und Jugendgesundheitssurvey" (KIGGS) untersuchte das Robert Koch-Institut (RKI) zwischen 2003 und 2006 rund 17.000 Kinder und Jugendliche zwischen null und 17 Jahren. Armut sei das größte Gesundheitsrisiko für Kinder, fasst die Leiterin der Abteilung Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung des RKI, Bärbel-Maria Kurth, die Ergebnisse zusammen.  Obwohl arme Kinder häufiger krank werden, erhalten sie seltener Medikamente als Mittel- und Oberschichtkinder. Die Kosten für Medikamente, die nicht vom Arzt verordnet werden, könnten hierbei eine Rolle spielen: Rund acht Euro pro Monat sieht der Hartz-IV-Regelsatz für die "Gesundheitspflege" eines Kindes vor.

Erschütternd, beschämend: 17 Prozent der Kinder in Deutschland leben in Armut, schätzt das Kinderhilfswerk UNICEF; mehr als doppelt so hoch, 38 Prozent, ist die Rate bei Kindern von Alleinerziehenden, der stärksten "Armutsrisikogruppe". Vier von zehn Bundesbürgern, die von Einkommensarmut betroffenen, kümmern sich ohne Partner um Erziehung und Wohlergehen ihrer Kinder. 21 Prozent der in Armut lebenden Menschen in Deutschland sind jünger als 16 Jahre. Etliche Untersuchungen belegen, wie eng soziale Schicht und kindliche Erkrankungen zusammenhängen. Eine Untersuchung zur Beziehung zwischen sozialer Lage und Gesundheitszustand bei Kindern und Jugendlichen, die Prof. Dr. Klaus Hurrelmann und Dr. Andreas Klocke im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation an der Gesundheitswissenschaftlichen Fakultät der Universität Bielefeld durchgeführt haben, kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Gesundheitszustand, das Wohlbefinden sowie die psychische Gesundheit in sozialer Armut lebender Kinder in erschreckendem Maße verschlechtern. Die Wissenschaftler fassen zusammen: "Schon für Kinder gilt die Formel: Armut macht körperlich und seelisch krank." Die Perspektivlosigkeit vieler Arbeitsloser scheint sich in einer unzureichenden Gesundheitsfürsorge für die Kinder auszuwirken. In unseren „Sommercamps“ begegnen uns solche Fälle immer wieder, und sie machen uns betroffen.

Falls Sie diesen Sozialfond finanziell unterstützen möchten, bitten wir Sie um eine Spende hier.



Kopfleiste_IVH-Website02
Kopfleiste_AUSWEGE_Website_kl02