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Editorial
Große Geste

Auch wenn wir die Vorbehalte gegen die Datenkrake „Facebook“ teilen, möchten wir ihren Gründer aus aktuellem Anlass ausnahmsweise in Schutz nehmen. Mark Zuckerberg spendet 99 Prozent seines Vermögens, um damit „meiner neugeborenen Tochter und anderen Kindern eine bessere Welt zu schaffen“.

Wie reagieren die Medien? „Dann bleiben ihm immer noch 450 Millionen.“ - „Damit kann er eine Menge Steuern sparen“ – „Da will ein unanständig Reicher wohl sein schlechtes Gewissen beruhigen“ – „Eine typisch amerikanische Tradition“ – „Es gibt keine Kontrolle über Ziele, Mittel und Methoden“ - „Über die sinnvolle Verwendung von so viel Geld sollten nicht Privatleute entscheiden, sondern der Staat“.

Ähnliche Kommentare ernteten Bill Gates und Warren Buffett – der Spitzenreiter und der Drittplatzierte auf der Liste der vermögendsten Menschen weltweit -, als sie sich im Juni 2010 zusammentaten, um eine Organisation für Superreiche zu gründen. Dabei handelte es sich nicht um einen elitären Club, in dem Multimilliardäre einträgliche Geschäfte miteinander machen, Verträge auszuhandeln, ihre Kontostände in weitere Höhen zu treiben und ihre Exklusivität zu zelebrieren. Im Gegenteil: Wer sich der Kampagne „The Giving Pledge“ anschließt – englisch für „Das Versprechen, etwas herzugeben“ -, verpflichtet sich, mindestens die Hälfte seines Reichtums für wohltätige Zwecke zu spenden. Bis Sommer 2015 machten schon über 140 Milliardäre mit.

Statt Philanthropie abzuwerten, sobald sie von Superreichen kommt, sollte sich jeder von uns erst mal an die eigene Nase fassen: Würde ICH das gleiche tun, wenn ich Zuckerberg wäre? Würde es MIR schwerfallen, nicht 99 %, nicht 9 %, aber wenigstens 0,9 % meines Vermögens oder meines Jahreseinkommens für einen guten Zweck zu spenden? Und warum tue ich es dann nicht? Ehe wir mit dem Finger auf Andere zeigen: Lassen wir eigene Taten sprechen.

Ihr
Unterschrift_HW_200p Higrund weiss                                                                                                                           

ausw-buch 150pP.S.: Der Erfüllung im karitativen Helfen widmen wir ein Kapitel in unserem kürzlich erschienenen Buch Auswege – Kranken anders helfen (re.: Cover).







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