Wie ein Arzt das 21. „Auswege“-Camp erlebte
„Danke, dass ich dabei sein durfte“


Nicht als Arzt, sondern als Vater war der Internist Jochen Röthele, 44, ins 21. Therapiecamp der Stiftung Auswege gekommen: aus Sorge um seine Tochter. Was er dort erlebte, hielt er in einem Tagebuch fest. Hier einige Auszüge daraus, gekürzt und redaktionell leicht überarbeitet:

MEDIZIN  Herz shutterstock_146472488Samstag, 23. April:
„Herzliches und freundliches Willkommen. Interessante Vorstellungsrunde. Positives Gemeinschaftsgefühl.“

Sonntag, 24. April:
Über den 40-minütigen „Morgenkreis“ nach dem gemeinsamen Frühstück: „Guter Mix.“
Über die „Pilotwal Sound Therapie“ im körperwarmen Wasser des Hallenbads – sie verbindet WasserShiatsu mit einer Klangtherapie, bei der dem Patienten Originallaute von Pilotwalen, einer Delphinart, über Unterwasserlautsprecher zugespielt werden: „Fand es sehr angenehm, mit den beiden Therapeuten Frank und Sandra Hierath alleine im Wasser zu sein, dadurch konnte ich mich besser darauf einlassen. Die Pilotwal-Sounds eröffnen eine weitere Dimension.“
Über eine erste Sitzung beim Geistheiler Horst Klein: „Die Erfahrung des Handauflegens ist für mich neu gewesen, die dabei empfundene Wärme und Wahrnehmung von Farben und Formen ebenso. Ebenfalls ein positives Erlebnis.“
Zum Abendvortrag über quantenphysikalische und epigenetische Hintergründe Geistigen Heilens: „Sehr viel geballte Information, mit der vermutlich viele überfordert waren. Für mich persönlich absolut in Ordnung, offene Punkte wurden anschließend im Restaurant des Camphauses vertieft.“

Montag, 25. April:
Über den Morgenkreis: „Wieder sehr gut.“
Über eine Sitzung bei der Klangtherapeutin Birgit Sauerbier: „Meine erste Klangschalenbehandlung. Das Vibrationserlebnis ist angenehm, tief, entspannend.“
Über einen ersten Termin bei dem Heilpraktiker Uwe Stein, der unter anderem mit „systemischen Familienaufstellungen“ arbeitet: „Seine Art und Ausstrahlung sagen mir sehr zu. Meine letzte Aufstellung ist etwa zehn Jahre her. Die Wirkung hat mich diesmal emotional tief berührt, ich bin gespannt auf die Entwicklung.“

Dienstag, 26. April:
Die Geistheilerin Maja Petzold bot dem Arzt „eine gute Gelegenheit, einige Fragen über Meditation anzusprechen. (...) Die Behandlung war angenehm.“ Majas „Gehmeditation“ am frühen Nachmittag – eine Viertelstunde „achtsames Gehen“ im Freien – fand er „klasse – praktische Meditationsübungen habe ich mir schon länger gewünscht.“

Mittwoch, 27. April:
Beim Abendvortrag lernte der Arzt die „OvertoneTube“ kennen, eine über zwei Meter breite Klangröhre, in der liegend man die Schwingungen von oben und seitlich angebrachten Saiten wahrnimmt: „War mir bislang nicht bekannt. Spannend, diese in Aktion zu erleben, zu hören, zu fühlen.“

Donnerstag, 28. April:
Nach 20 Minuten in der „OvertoneTube“: „Beeindruckendes Klangerlebnis und Gefühl.“

Freitag, 29. April:
„Meditiere alleine auf meinem Zimmer. Finde, dass ich Fortschritte mache.“

Samstag, 30. April:
„Danke, dass ich dabei sein durfte.“

“Tief beeindruckt”

Im Anschluss an das Camp nahm der Internist folgendermaßen Stellung:

“Für mich als Internist war es eine sehr interessante Erfahrung, am Sommercamp der Stiftung Auswege teilnehmen zu dürfen. Im Vorfeld hatte ich von Patienten und Mitgliedern des Teams schon einige Informationen erhalten, daher war ich auf das Camp neugierig.
Der Empfang war herzlich, nach der Kennenlernrunde sind Patienten, Begleitpersonen und das Team der Stiftung Auswege schnell miteinander warm geworden, es war beeindruckend zu sehen, wie sich im Laufe der Woche ein positives Familiengefühl eingestellt hat.
Die Abläufe sind insgesamt gut eingespielt, so dass sich jeder voll und ganz auf die Behandlungen konzentrieren konnte. Dabei fand ich es sehr spannend, diverse alternative Heilansätze direkt kennenlernen zu können. Solch eine Gelegenheit ist im normalen Alltag eher selten und es ist auf jeden Fall auch eine Bereicherung für meinen beruflichen Praxisalltag, die verschiedenen Vorgehensweisen und Techniken erlebt haben zu dürfen. Es ging mir von vornherein nicht um eine beurteilende Bewertung, sondern vielmehr um ein offenes und neugieriges Aufeinander-Zugehen.
Speziell in der Inneren Medizin gibt es wenig wirklich heilbare Erkrankungen, so dass aus meiner Sicht alternative Ansätze durchaus ihre Daseinsberechtigung haben. Ziel sollte es immer sein, gemeinsam für das Wohl der Patienten zu sorgen.
Der persönliche ehrenamtliche Einsatz der meisten Beteiligten hat mich tief beeindruckt und ist absolut lobenswert. Der herzliche positive Umgang miteinander hat sicher einen großen Anteil an dem Erfolg des Camps.
Weiter so!”


Erstaunlich aufgeschlossene Ärzteschaft

Nach einer Studie der Abteilung für Theoretische Medizin der Universität Osnabrück steht immerhin jeder vierte deutsche Hausarzt Geistigem Heilen „positiv“ gegenüber (25,8 Prozent). Fast jeder zweite (49,2 Prozent) könnte sich „Geistiges Heilen als sinnvolle Therapie bei chronischen Erkrankungen“ vorstellen, unter den weiblichen Ärzten sogar 59 Prozent. Speziell bei psychischen Erkrankungen halten erstaunliche 77 Prozent der befragten Ärzte Geistiges Heilen für empfehlenswert. Drei von fünf Ärzten hätten sich gewünscht, während ihrer Ausbildung mehr darüber zu erfahren. (Quelle hier, S. 13 f.) Hätten sich die Skeptiker unter ihnen Jonas R. zum Vorbild genommen und unseren Therapiecamps neugierig-unvoreingenommen einen Besuch abgestattet: Die Prozentzahlen wären bestimmt noch imposanter ausgefallen. (HW)

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