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Deutliche Besserungen in fünf von sechs Fällen Kranke Kinder im 15. Auswege-Camp
Fünf von sechs chronisch kranken oder behinderten Minderjährigen, die in Begleitung ihrer Eltern am „Auswege“-Camp nahe Osnabrück teilnahmen, profitierten deutlich von unseren Therapieangeboten. Besonders eindrucksvoll waren Fortschritte bei Kindern und Jugendlichen, deren körperliche und geistige Entwicklung stark verzögert verläuft.
Um die Anonymität der Teilnehmer zu wahren, werden im Folgenden keine Nachnamen und Wohnorte genannt, Vornamen in der Regel durch Pseudonyme ersetzt (mit * gekennzeichnet). Foto re. o.: Kinder während eines “Morgenkreises”, mit dem jeder Camptag beginnt; Foto u.: spielende Kinder auf einer Wiese vor unserem Camphaus.
Lukas* (6) angeborener Herzfehler Der Junge leidet an einem angeborenen Herzfehler - einer „Pulmonalatresie mit Ventrikelseptumdefekt“ -, mit motorischen Einschränkungen und geringer Belastbarkeit. Zwei Operationen, Frühförderung, Medikamente und verschiedene Therapien verbesserten seinen Zustand nur leicht. Im Campverlauf hätten Lukas´ Symptome „deutlich nachgelassen“, fasste seine Mutter abschließend in einem Eltern-Fragebogen zusammen. Auf Skalen zwischen -5 („viel schlechter geworden“) über 0 („unverändert“) bis +5 („viel besser geworden“) schätzte sie Lukas´ Fortschritte im körperlichen und psychischen Bereich jeweils mit „+4“ ein. Wie unser leitender Camparzt konstatierte, „ist der Junge im Spiel mit anderen Kindern aufgeblüht! Von Schwäche keine Spur.“ Kopfschüttelnd nahm er zur Kenntnis, dass Kardiologen dem Jungen seit langem Sildenafil – den Wirkstoff im Potenzmittel „Viagra“ – verabreichen, in der Erwartung, dessen gefäßerweiternde Eigenschaften komme der Durchblutung von Herz und Lungen zugute. Dadurch, so warnt unser Camparzt, „wird aber der wichtige Sexualhormonhaushalt völlig durcheinandergebracht.“ Deshalb empfiehlt er dringend, das Sildenafil abzusetzen.
Simon* (8) Entwicklungsstörungen, Enuresis (Einnässen) Eltern, Kinderpsychiater und Therapeuten beschreiben den Jungen als „zufrieden und fröhlich“ – doch seine sprachliche, kognitive, wahrnehmungsbezogene und motorische Entwicklung verlief von den ersten Lebensmonaten an deutlich verzögert. „Stets habe er sich eher passiv und reaktiv gezeigt“ und „wenig über Blickkontakt orientiert“, werden die Eltern in einem psychiatrischen Befundbericht zitiert. „Er spricht stockend, kann oft keine Sätze bilden“, gibt die Mutter an. Immer noch nässt Timon ein. Krankengymnastik, Osteopathie, Psychomotorik und Frühförderung besserten die Symptomatik nur leicht. Sprache, Motorik, Verhalten: In jeder Hinsicht habe sich Simons Symptomatik „ein wenig verbessert“, wie seine Eltern bei Campende zusammenfassend in einem Fragebogen notierten. „Er spricht mehr, mit größerem Wortschatz und in vollständigen Sätzen, die länger sind als zuvor. Beim Fußballspielen hielt er besser das Gleichgewicht, teilweise konnte er sich freihändig selber anziehen. Häufiger als sonst suchte er Blickkontakt, ging auf andere Kinder zu, genoss körperliche Nähe. Wir erleben Timon hier als viel aufmerksamer und aufgeschlossener, er lebt in unserer Welt.“ Bei den abendlichen Teambesprechungen berichteten mehrere Therapeuten, Simon habe „ganz normal“ mit ihnen gesprochen. Allerdings nässte er während des Camps weiterhin ein. Unser Camparzt konnte dem Jungen „im Vergleich mit den anderen Kindern – auch gesunden – keine Behinderung ansehen. Anfangs fiel ihm das Sprechen schwer; aber durch das vielen Kontakte mit allen Kindern legte er seine anfänglichen Hemmungen ab, am Ende plapperte er munter drauflos.“ Vermutlich hemmt ihn das Stigma der Behinderung, das sich in seinem Kopf tief eingenistet hat: „Wenn ihm sein Umfeld das nicht zeigt, vergisst er, sich danach zu verhalten.“
Mira (10) Epilepsie, Autismus, geistiger Entwicklungsrückstand Im Sommer 2008 war das Mädchen erstmals in ein Auswege-Camp gekommen - damals als schwere Epileptikerin, mit 20 Anfällen täglich, rund um die Uhr, und einem weitgehenden Stillstand ihrer geistigen Entwicklung, mit autistischen Zügen. Wenige Wochen nach Campende, im Anschluss an geistige Fernbehandlungen und klassische Homöopathie von Auswege-Therapeuten, war die Epilepsie abgeklungen, Medikamente hatten vollständig abgesetzt werden können. Seither holt Mira ihren Entwicklungsrückstand auf, so aktiv und eigenwillig, dass sie für Mama und Betreuer während mehrerer weiterer Campwochen mitunter zur anstrengenden Herausforderung wurde – etwa wenn sie täglich dutzendfach „Ich-lauf-jetzt-einfach-mal-weg-fang-mich“ spielte. Unentwegt verblüffte sie uns mit Verhaltensweisen, die früher undenkbar waren: Sie lächelt Personen freundlich an, setzt sich zu ihnen und kommuniziert, ahmt sie nach, zeigt Gegenstände, die sie interessieren, lernt immer kompliziertere Spiele, spricht immer mehr. Zudem „ist Mira hier viel ruhiger und ausgeglichener geworden“, stellte ihre Mutter fest. „Hier hatte sie die perfekte Umgebung“. Wie die Mutter im Mai 2014 berichtete, sei Mira „im Moment sehr tiefenentspannt. Sie versteht und redet immer mehr.“ Alle paar Monate trete ein einzelner epileptischer Anfall auf – zuletzt am 12. Mai in der Nacht -, abhängig ausschließlich von ihrem Vitamin-B6-Spiegel: „Ist er zu hoch oder zu niedrig, dann krampft sie.“ (Über Zusammenhänge zwischen Vitamin-B-Versorgung und Epilepsie s. hier.) Auch bei diesem Camp „haben Miras Symptome deutlich nachgelassen“, so die Bilanz ihrer Mutter. Hier sei das Mädchen „ruhiger und ausgeglichener“ geworden. Teammitglieder, die es vor Jahren bereits kennengelernt hatten, waren berührt von seinen enormen Fortschritten. Auch unser Camparzt stellte abschließend fest: „Man merkt Mira zunehmend ein wachsendes geistiges Potential an: fordernder, kesser, gewitzter. Sie tut viel mehr bewusster als früher.“
Pauline (11) Epilepsie, Autismus, Inkontinenz, Haarausfall Seit ihrem elften Lebensmonat leidet das Mädchen am Lennox-Gastaut-Syndrom, einer der schwersten Epilepsien des Kindes- und Jugendalters. Ihre Entwicklung ist stark verzögert, mit erheblichen kognitiv-sprachlichen Defiziten und autistischen Zügen; Fachärzte schätzten ihren Entwicklungsstand auf 1-2 Jahre. Sie ist stuhl- und harninkontinent. Bei fünf Campteilnahmen 2009-2013 ging die Anzahl der Anfälle jedesmal zurück; in den anfallsfreien Phasen wurde das Mädchen deutlich aufnahmefähiger und kommunikativer, sie interagierte gezielter mit ihrer Umgebung. „Nach den Camps“, bestätigte die Mutter 2012, „ging es Pauline sehr gut. Fast drei Monate lang hatte sie keinerlei Anfälle und entwickelte sich gut.“ Auf Nachfrage bestätigte sie Mitte 2013, weiterhin gebe es „Tage und manchmal sogar Wochen ohne Anfälle. Allerdings kommt Pauline mit Wetterumschwüngen, Infekten und Wachstumsschüben nicht klar, sie reagiert sofort darauf. Dann kann es wieder zu einer Anfallsserie kommen, die ein paar Tage andauert, mit schlaflosen Nächten, in denen sie nur rastlos umherläuft.“ Einen weiteren „Riesenschritt vorwärts“ machte Pauline, nach Einschätzung des Camparztes, im August 2013 während ihres fünften Campaufenthalts: Immer öfter „guckt sie wach um sich, ist aufmerksamer, nimmt Kontakt zu Personen um sich herum auf, blickt sie an“, streichelt sie sogar. Wenige Wochen nach jenem Camp, Mitte September 2013, kam es allerdings während eines Infekts zu einem dramatischen Rückschlag: Fünf Tage lang krampfte Pauline unentwegt, alle fünf Minuten traten epileptische Anfälle auf, die rund 30 Sekunden dauerten; dabei stieß sie schrille Schreie aus. Hinzu kam ein Nierenversagen; seit einem Krankenhausaufenthalt haben sich die Nierenwerte wieder stabilisiert. Seit Herbst 2013 tritt starker Haarausfall auf. Anfang 2014 wurde Pauline drei Wochen lang in einer Klinik für Chinesische Medizin und biologische Heilverfahren stationär betreut. Aber auch dort „konnte die Epilepsie nicht befriedigend beeinflusst werden“, wie der leitende Arzt in seinem Entlassungsbericht einräumen musste. Weiterhin tritt alle vier Tage ein „großer“ Anfall auf, manchmal sogar viermal pro Tag. Gravierende Fortschritte während der neun Camptage waren von vornherein nicht zu erwarten – immerhin kam es aber zu kleineren. „Pauline ist viel wacher und aufmerksamer“, wie der Mutter auffiel. Auch ihre Motorik habe sich gebessert: „Sie konnte einen Ball fangen, den sie dann zum Werfer zurückrollte, mehrmals. Mehrere Minuten widmete sie diesem Spiel ihre volle Aufmerksamkeit. Toll.“ Vom Campbeginn an trat in der Regel nur ein Anfall pro Tag auf, jeweils nachts – anfangs heftig, gegen Ende nur „ganz leicht“, was die Mutter „so noch nicht kannte“. Wie unserem Camparzt auffiel, war Pauline „recht ausgeglichen“, noch mehr als in früheren Camps. Ihre epileptischen Anfälle, so vermutet er, könnten zumindest teilweise daher rühren, dass Pauline hochsensibel auf familiäre Spannungen und Stimmungstiefs der Mutter „mit energetischen Dissonanzen im Gehirn reagiert“, die sich in neuronalen „Gewittern“ entladen.
Nicky* (16) Z.n. Epilepsie, Entwicklungsverzögerung, unsicherer Gang s. separaten Bericht hier.
Folgende Fotos: oben li.: Kinder beim Spaziergang über eine Wiese vor unserem Camphaus; o. re.: Kinder musizieren auf selbstgebastelten Trommeln während des “Abschlussfests”. Unten li.: Wie und wo machen Bienen Honig? Kinder vor einem Lehrbienenstand. Unten re.: Beim Abschlussfests tauchte überraschend die örtliche Feuerwehr auf - und ließ die Kinder nach Herzenslust spritzen.
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Nur in einem Fall änderte sich so gut wie nichts zum Besseren:
Thomas* (7) geistige Behinderung mit autistischen Zügen, halbseitige Lähmung Vor knapp zwei Jahren erlösten Behörden den Jungen vom Martyrium eines Elternhauses, in dem er aufs Schwerste körperlich misshandelt worden war, und vertrauten ihn seiner jetzigen Pflegemutter an. Ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit mehreren Hirnblutungen führten zu Lähmungserscheinungen der linken Körperhälfte, insbesondere des Arms, zu geistiger Behinderung mit autistischen Zügen und schweren Störungen des Sozialverhaltens. Eine fürsorgliche Ersatzmama, Medikamente (Apydan, Risperdal), Psychotherapie, Krankengymnastik, Logopädie, Osteopathie und Reittherapie haben immerhin schon zu kleinen Fortschritten geführt; er spricht besser, beobachtet und hört aufmerksamer, ist ruhiger geworden; kurze Strecken kann er zu Fuß bewältigen. Gleichwohl leidet der knapp achtjährige Thomas* weiterhin schwer daran, was ihm in seinen ersten Lebensjahren angetan wurde: Nach dem Befundbericht eines pädiatrischen Krankenhauses vom März 2014 ist sein Gangbild asymmetrisch, seine „verbale und emotionale Kommunikationskompetenz einfach“, seine „Abhängigkeit von ritualisierten Abläufen ausgeprägt“; immer wieder treten „kurze motorische Stereotypien“ und „heftige Wutanfälle“ auf, bei denen er beißt und spuckt, schlägt und tritt. Bis heute muss er gewickelt werden. Wesentliche Fortschritte waren bis Campende bei Thomas nicht feststellbar - waren sie binnen sechseinhalb Behandlungstagen überhaupt zu erwarten? Gleichwohl erstaunte der schwer gehandicappte Junge seine Pflegemutter und unser Team gelegentlich durch kleine, ermutigende Verhaltensänderungen: Zeitweilig wirkte er ruhig und ausgeglichen, nahm neugierig Kontakt zu anderen Teilnehmern auf, suchte öfter als sonst körperliche Nähe, wollte kuscheln und umarmt werden; am sechsten Camptag fiel einem unserer Kinderbetreuer auf: „Heute hat Thomas mehrere Wörter zusammengesetzt! Man kann sich mit ihm unterhalten!“ Doch immer wieder fiel der Junge in alte Verhaltensmuster zurück. „Die frühkindlichen Gewalteinwirkungen“, so urteilte der ärztliche Campleiter abschließend, „müssen sehr schlimm gewesen sein, so dass sich Körper, Geist und Seele nicht adäquat entwickeln konnten. Die jetzigen Defizite sind nur langsam aufzuholen, weil sowohl die Gehirnstrukturen neu geschaltet werden müssen, als auch die seelischen Defizite – wie Urvertrauen und Selbstwert – erst langsam aufgebaut werden können. Die neuen Eltern und das Kind brauchen viel Zeit und Geduld füreinander. Die Voraussetzungen sind auf beiden Seiten gut!“
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