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Kommentar
Heilzauber oder was?
Von Harald Wiesendanger
(Foto u.: beim Camp mit Tochter Anna)


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Schon wieder ein spektakulär erfolgreiches Sommercamp, mit der höchsten Erfolgsquote aller bisherigen fünf, und deshalb erneut die Frage: Wie ist so etwas überhaupt möglich, in derart kurzer Zeit?

Weil die beteiligten Heiler so gut waren? Das waren sie in der Tat, sorgfältig vorausgewählt aus der Empfehlungsliste der „Internationalen Vermittlungsstelle für herausragende Heiler“ (IVH).

Wer aber meint, im Schwarzwald habe ein erfolgreicher Leistungstest für Geistiges Heilen stattgefunden, analysiert eindimensional, er missversteht unser Campkonzept ebenso wie das Anliegen unserer Stiftung insgesamt. AUSWEGE-Sommercamps bieten einen geschützten Rahmen, in dem eine Vielzahl von Faktoren auf unentwirrbare Weise optimal ineinandergreifen.

  eine rigorose Absage an Methodenfetischismus: Dafür ist bei AUSWEGE kein Platz. In unseren Camps werden „energetische“ Heilweisen ergänzt durch eine hilfreiche Mischung von spirituellen, ganzheitlichen, humanistischen, natur- und erfahrungsheilkundlichen Therapie- und Beratungsangeboten, die allesamt den Patienten als ganze Person an- und ernstnehmen, seine Mitverantwortung für seine Genesung betonen und fördern, ihn als mündigen Partner im therapeutischen Prozess zu gewinnen suchen.

  ein holistischer Ansatz, in jedem bisherigen Camp umgesetzt dank außergewöhnlicher Mediziner, welche die verhängnisvolle „Spaltung in Ärzte für Körper ohne Seelen und Ärzte für Seelen ohne Körper“ – so beklagte sie der Nestor der deutschen Psychosomatik, Thure von Uexküll – aus Überzeugung überwinden: konsequent, glaubhaft, vorbildlich. Unsere Campkinder werden nicht nach „somatischen“ und „psychischen“ Indikationen vorsortiert: Wir betrachten und behandeln sie als untrennbare Einheiten von Körper, Geist und Seele, und der Erfolg gibt uns nun schon zum fünften Mal recht.

  eine systemische Zugangsweise, die Sorgenkinder nicht isoliert behandelt, sondern als Teil eines unheilen sozialen Systems, das umso dringender mitverändert werden muss, je stärkere seelische Anteile die vorliegende Erkrankung aufweist;

  eine komplementäre Strategie, die konventionelle ärztliche Maßnahmen behutsam, undogmatisch und nutzenorientiert ergänzt und unterstützt, statt Patienten von sinnvoller Schulmedizin abzuhalten.

  das freundschaftliche Beisammensein von Betroffenen und Helfern, unsererseits geprägt von Geduld, Anteilnahme und liebevoller Zuwendung, ohne Fachchinesisch, weiße Kittel und separate Tische;

  das harmonische, vertrauensvolle Miteinander ausnahmslos aller AUSWEGE-Beteiligten, in deren Binnenverhältnis Standesgrenzen, akademische Titel und Meriten nicht die geringste Rolle spielen: bekennende Teamworker, die bereit sind, einander zuzuhören, voneinander zu lernen, Kritik zu ertragen, gemeinsam zeitweilige Verstimmungen und Konflikte zu bewältigen, zwischendurch auch souverän den einen oder anderen Irrtum oder Fehlgriff einzuräumen, Beobachtungen zu sammeln, Erfahrungen auszutauschen und den bestmöglichen Therapiemix zu finden;

  die Leichtigkeit, mit denen Familien aus allen Himmelsrichtungen vom ersten Tag an zueinanderfinden – beim förmlichen „Sie“ bleibt es bis Campende in den allerwenigsten Fällen;

Harald Wiesendanger mit Tochter Anna_kl02  Freude und Humor gegen den „Ernst der Lage“, gegen Traurigkeit, Verbitterung und Resignation – in unseren Camps wird reichlich gescherzt und gelacht.

  Begegnungen von Schicksalsgefährten: für Betroffene die seltene, vereinzelt zum ersten Mal erlebte Gelegenheit, mit anderen Familien ins Gespräch zu kommen, die aufgrund einer ähnlichen Lebenssituation reichlich Verständnis aufbringen, aufmerksam zuhören, mitfühlen und aus eigener Erfahrung bisweilen wertvolle Ratschläge geben;

  wiederkehrende Rituale wie der tägliche „Morgenkreis“ oder das zusammen geplante „Abschiedsfest“, die ohne Gruppenzwang Gemeinschaft herstellen und fördern;

  die friedvolle Ruhe in ländlicher Abgeschiedenheit;

  ein anregendes, vielfältiges Freizeitangebot für Groß und Klein, bei dem Fernseher, PCs und Spielekonsolen von niemandem vermisst werden.

  Entlastung von Aufsichtspflichten: Ein pädagogisches Betreuungsangebot durch erfahrene Erzieherinnen erlaubte es den Eltern, die unentwegte alltägliche Inanspruchnahme durch ihr krankes Kind zwischendurch abzugeben, um endlich einmal wenigstens für ein paar Stunden wieder an sich selbst zu denken, sich etwas Gutes zu tun: sei es das erste Mittagsschläfchen seit Jahren, ein Waldspaziergang, ein entspanntes Pläuschchen oder eine ungestörte Romanlektüre im Liegestuhl.

Wen wundert es, dass teamintern während der neun Tage im Schwarzwald immer wieder darüber nachgedacht wurde, wie wir unser Campangebot erweitern könnten, um künftig noch viel mehr vermeintlich „behandlungsresistente“ Kinder, aber auch erwachsene Patienten davon profitieren zu lassen? Was dazu vorerst fehlt, sind weder Konzepte noch Personal noch geeignete Standorte - bloß Geldgeber ...

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