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Abschied von Alex

Am 10. Oktober ist der Schweizer Parapsychologe Prof. Alex Schneider, Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats und des Kuratoriums unserer Stiftung, im Alter von 85 Jahren unerwartet verstorben.

Schneider Alex gr WEB Kopie
Nach schweren Herzproblemen seit Herbst vorigen Jahres und mehreren Operationen hatte er sich nie mehr ganz erholt. Vergeblich hatten er und seine Frau Christine bis zuletzt gehofft, dass er wieder zu Kräften kommen würde.

Nach einem Studium an der ETH Zürich war Prof. Dipl.-Ing. Alex Schneider, Jg. 1927, mehrere Jahre in der Industrie tätig gewesen. Danach unterrichtete er 31 Jahre lang Physik an der Kantonsschule St. Gallen. Schon früh hatten ihn „die geheimnisvollen Seiten der Natur seltsam angesprochen“. Angeregt durch die Autobiografie des Yogananda (1953) vertiefte er sich daraufhin in die unterschiedlichsten Grenzgebiete der Forschung. Die Begegnung mit dem Tonbandstimmenforscher Konstantin Raudive (1967) veranlasste ihn, Parapsychologie systematisch zu untersuchen. Seit den siebziger Jahren führte er regelmäßig Kurse und Vorlesungen über Parapsychologie an Gymnasien, Universitäten und Volkshochschulen durch – im Bestreben, „die breite Öffentlichkeit mit einer bisher zuwenig beachteten Seite der Wirklichkeit bekannt zu machen“. Denn für ihn ist „die Existenz des Paranormalen eine Herausforderung an unser Alltagsdenken und die Wissenschaften. Man muss sich mit diesen unbequemen Phänomenen, an denen sich unsere Weltsicht als schief und eng erweist, energisch und interdisziplinär breit auseinandersetzen – mit der von den etablierten Wissenschaften gelernten Sorgfalt. Ihre Integration wird mehr Probleme mit sich bringen, als man heute, angesichts des großen Publikumserfolgs der Parapsychologie, denken möchte. Sie ist jedoch eine dringlich anzustrebende, wesentliche Ergänzung unseres Weltbildes.“

Alex Schneider war Mitbegründer und 24 Jahre Präsident der „Basler Psi-Tage“, des weltweit bedeutendsten Publikumskongresses für Grenzgebiete der Wissenschaft, zudem viele Jahre Präsident der Schweizer Parapsychologischen Gesellschaft (SPG) sowie des „Schweizerischen Verbands für Natürliche Heilweisen“ (SVNH). Als Forscher, Versuchsperson und Patient hat er Hunderte von Geistheilern aus aller Welt persönlich kennengelernt und unvoreingenommen studiert, darunter auch die philippinischen „Psychochirurgen“.

„Meine erste Begegnung mit Alex Schneider, Ende 1989 in Basel bei den ‚Psi-Tagen’, war eine in respektvoller Distanz“, erinnert sich AUSWEGE-Gründer Harald Wiesendanger: „Als einfacher Kongressbesucher versuchte ich mehrfach vergeblich, mit dem honorigen, allseits geachteten Professor ins Gespräch zu kommen – wo immer er im Basler Messezentrum auftauchte, war er dicht umlagert von neugierigen Fragestellern, und ich wollte mich nicht vordrängeln. Dass ausgerechnet er zwei Jahre später, auf der Durchreise von einem Kongress, in meiner Nähe Zwischenstation machte, um mich kennenzulernen und ins Organisationsteam der ‚Psi-Tage’ einzuladen, empfand ich als Ehre. In den darauffolgenden fünfzehn gemeinsamen Kongressjahren in Basel, aber auch bei mehrtägigen Sitzungen in seiner Berghütte nahe St. Gallen, bei privaten Treffen lernte ich einen hingebungsvollen, stets kritisch hinterfragenden Grenzwissenschaftler kennen – und darüber hinaus eine der großartigsten Persönlichkeiten, die mir je begegnet sind: bewundernswert bescheiden, gütig, wohlwollend, uneigennützig, hilfsbereit, immer auf Ausgleich bedacht. Die Schweizer Parapsychologie verliert mit Alex Schneider ihren herausragenden, wohl einflussreichsten Repräsentanten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – und ich einen fernen väterlichen Freund. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Ehefrau Christine Picciolo-Schneider, die sich bis zuletzt hingebungsvoll um ihn gekümmert hat. Als erfahrene Psychotherapeutin wirkte sie, begleitet von Alex, an mehreren AUSWEGE-Sommercamps mit – und wir hoffen sehr, dass wir sie bald wieder in unserer Campfamilie willkommen heißen dürfen.“

„Manchmal sind gerade die Menschen besonders bedeutsam, die in der Ferne für dich da sind. Wie ein Leuchtturm am Horizont.“ (Autor Reinhard Staupe) Ohne Alex ist es diesseits etwas dunkler geworden.

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