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Als Jesus wiederkehrte

Nicht nur in die Adventszeit passt eine Geschichte, die uns von dem Heiler Lutz Naumann aus Berlin, „Partner“ der Stiftung AUSWEGE, eingereicht wurde. Wie erginge es Jesus, wenn er heute wiederkäme?

jss Kopie„Und es geschah im Advent. Da beschloss unser Herr, den wir Jesus Christus nennen, auf die Erde zu gehen, um zu sehen, was die Menschen nach zweitausend Jahren aus der Welt gemacht hatten. Seine Wahl fiel auf Deutschland, denn dort jammerten die Menschen am meisten, und besonders schlimm schien es um die Gesundheitspolitik stehen. Vielleicht war es ihm doch möglich, dem einen oder anderen zu sagen: ''Stehe auf und wandle ...“
Und so kam er auf die Erde und war gerührt. In den Fußgängerzonen flimmerte und glitzerte es, die Menschen waren glücklich und froh, wenn der Geldautomat Euros ausspuckte; „Verdammt!“ sagten sie nur, wenn er die Karte einbehielt. Und die Menschen waren freundlich und sagten 'Gott sei Dank', wenn sie alle Einkäufe erledigt hatten oder einen Parkplatz fanden.
Als Jesus müde wurde, ging er in eine Kirche, lauschte den Liedern und Gebeten und war ganz zufrieden mit den Pfarrern. Ja, auch das Bodenpersonal spurte ...
Nach dem Gottesdienst verweilte er noch etwas in der Kirche. Da fiel ihm eine Frau an einem Seitenaltar auf, die weinte. Er musste gar nicht fragen, denn er wusste sofort, dass die Frau allen Grund hatte zu weinen: Die Krankheit, an der sie litt, war sehr weit fortgeschritten, Weihnachten würde sie wohl nicht mehr erleben. Also er ging hin zu der Frau, streichelte ihr über das Haar und sagte: „Gehe hin zu deinen Lieben und sorge dich nicht. Ich habe dich gesund gemacht, fortan wirst du keine Schmerzen mehr haben“. Da weinte die Frau noch mehr, obwohl sie plötzlich nach Monaten schmerzfrei war. Und sie war sehr, sehr dankbar.
Der Pfarrer, aufgeschreckt vom Lärm ihres Heulens, kam aus der Sakristei und fragte, was da los sei. Die Frau sagte: „Er hat mich gesund gemacht, ich habe keine Schmerzen mehr.“ Da wurde das Gesicht des Pfarrers frostig; er wandte sich an Jesus Christus, den er nicht erkannte, und fragte: „Sind Sie Arzt?“ Jesus Christus lächelte milde und schüttelte den Kopf. Da wurde der Pfarrer böse und stellte klar, dies sei ein Haus Gottes, und es sei nicht zu dulden, dass darin Kurpfuscher und Scharlatane ihr Unwesen treiben. Und als die Frau ihm die ganze Geschichte erzählte, holte er die Polizei.
Der Kommissar war durchaus menschlich. Aber bei aller Menschlichkeit musste er einsehen, dass da irgendetwas faul war, und er überdachte die Fakten: Da war ein Mann ohne Papiere, der sich in der Kirche an Frauen heranmachte, ihnen über die Haare strich und die Würde des Gotteshauses in den Schmutz zog. Nur ein Kurpfuscher, oder aber ein Sittenstrolch oder gar ein Betrüger? Schwierige Fragen für den Kommissar.
Die Angelegenheit wurde noch mysteriöser, als ein Anruf aus der Psychiatrie kam, wohin man die Frau eingewiesen hatte: Die Geschichte von der lebensbedrohlichen Krankheit, die sie behauptet hatte, war offensichtlich falsch. Sie war nämlich kerngesund. War sie eine Komplizin des Verdächtigen? Was planten die beiden? Der Kommissar beschloss, keine eigene Meinung zu haben, sondern den Täter dem Haftrichter vorzuführen. Schließlich war dies ein Rechtsstaat, und in diesem hatten Richter zu entscheiden, was gut ist oder böse sein könnte.
Der Haftrichter war durchaus menschlich. Aber bei aller Menschlichkeit musste er einsehen, dass dieser Mann weder Papiere noch einen festen Wohnsitz hatte. Und dass er dringend tatverdächtig war, gegen das Heilpraktikergesetz verstoßen zu haben. Da es hierbei um das hohe Gut der Volksgesundheit ging, war jede Nachsicht und jede Milde fehl am Platz. Dennoch gab es hier ein kleines juristisches Problem. In der Psychiatrie hatte man festgestellt, dass die Frau gesund war. Also konnte der Täter, was immer er auf dem Kerbholz hatte, gar nicht geheilt haben. Und da der Haftrichter ein gründlicher Mensch war, rief er den Hausarzt der Frau an, um ihn zu fragen, ob die Frau vorher krank gewesen sei. In der Praxis erreichte er nur den Anrufbeantworter: „Tut mir leid, dass ich im Dezember keine Behandlungen vornehmen kann, da mein Budget der Krankenkasse leider erschöpft ist. In dringenden Fällen ...“ Nach ein paar revolutionären Gedankenfetzen über Gesundheitspolitik und Volksgesundheit wählte der Haftrichter die Notfallnummer. „Ja natürlich kann ich mich an die Frau erinnern. Sie war von der fixen Idee besessen, Krebs zu haben. Auch ein paar Befunde sprachen dafür. Die waren wohl nicht ganz richtig, denn wenn sie jetzt gesund ist, kann sie vorher nicht krank gewesen sein, so schnell geht das nicht ...“ Der Haftrichter unterbrach: „Könnte es nicht sein, dass ... Ich meine Wunder oder Spontanheilung oder so ...?“ Da wurde Arzt böse: „Also, ich bin Mediziner mit einer wissenschaftlichen Ausbildung. Für Wunder bin ich nicht zuständig, da fragen Sie besser den Pfarrer ...“
Am Abend trafen sich Haftrichter und Pfarrer beim Bier in der Kneipe. „Was hast du mit dem seltsamen Kerl vor, der das Haus Gottes entweiht hat?“, fragte der Pfarrer. „Nichts“, sagte der Richter, „wir stellen seine Personalien fest und lassen ihn wieder laufen. '. Der Pfarrer entgegnete: “Schlimm, nicht einmal die Kirche ist diesen Verrückten mehr heilig!“ Dann klingelte das Handy des Richters, und nach dem Telefonat sagte er zum Pfarrer: „Die Zelle ist leer, er ist nicht mehr da, einfach weg, durch die Mauern gegangen. Wie damals euer Jesus Christus ...“
Und Er, der uns Menschen besuchte, beschloss, seinen 2009. Geburtstag im Himmel zu feiern. Als Petrus ihn fragte, wie es auf Erden war, sprach Er: „Schön, nur nächstes Mal, wenn ich da runter gehe, mache ich das nicht ohne Heilpraktikerschein.“ Sie tranken den Glühwein, den Er vom Christkindlmarkt mitgebracht hatte, und stießen auf die Menschen an.

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