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Logo_Editorial02Den Drachen entkommen

Weil Weihnachten naht, geht es in den Editorials von Zeitschriften und Newslettern noch besinnlicher zu als sonst. Soweit dabei Tiere eine Rolle spielen, kommen allerdings zumeist bloß jene zu Ehren, die wir als Krippenfiguren kennen: Schafe und Ziegen, Esel und Kamele. Lassen Sie uns stattdessen ein paar Zeilen lang über Drachen nachdenken: ganz besondere Drachen, die es, nicht nur zur Weihnachtszeit, ebenso hinterhältig wie hartnäckig auf Projekte wie AUSWEGE abgesehen haben.

Wieso Drachen? Die Johannes-Apokalypse malt uns die tragische Gestalt einer Jungfrau aus, die ein Kind gebären soll, während schon ein Drache bereitsteht, es zu verschlingen. Dieses Bild griff der niederländische Sozialarbeiter Loek van Heyningen 1992 in einem dünnen 70-Seiten-Skript auf, das nie in irgendwelche Bestsellerlisten vordrang, aber ins Bücherregal eines jeden gehört, der die Welt nicht so hinnimmt, wie sie ist, sondern gemeinsam mit Anderen ein wenig besser machen will. „Zwölf Drachen – im Kampf mit sozialen Initiativen“ heißt diese geistreiche, hochgradig anregende Schrift (ISBN 978-3-7235-0644-8); sie fasst die wichtigsten Empfehlungen einer von Heyningen mitgegründeten Organisation namens „Triodos“ zusammen, die neuen Initiativen hilft, sich zu verwirklichen. Die „Zwölf Drachen“ stehen für die zwölf gefährlichsten Widerstandskräfte, die solchen Initiativen entgegenwirken, um sie zu zerstören – von innen wie von außen.

Da Editorials nicht Buchlänge haben sollten, beschränkt sich dieses hier darauf, Ihnen exemplarisch eine dieser Bestien vorzuführen: den „Parasit-Drachen“, wie Triodos ihn nennt. (Seine Artgenossen tragen übrigens so niedliche Namen wie “Spaltpilz-Drache”, “Amateur-Drache”, “Hast-Drache” usw.) Der “Parasit-Drache” sorgt dafür, dass die Mitwirkung in einer Initiative nicht als Dienst für deren übergeordneten Ziele verstanden wird, sondern als Mittel für eigene Zwecke.

Am Mittwoch, dem 18. November, saßen sechs Menschen, die sich seit längerem in besonderem Maße für unsere Stiftung ehrenamtlich einsetzen, in einem Heidelberger Hotel beisammen, um neben allem Erfreulichen, was es über unser Projekt zu bereden gibt (und jede Ausgabe dieses Newsletters füllt), auch Gefahren, Missstände und Fehlentwicklungen offen anzusprechen. In unserer Runde überwog der Eindruck, AUSWEGE kranke unter anderem daran, dass zuviele hauptsächlich dabei sind, um persönlichen Nutzen daraus zu ziehen – sei es durch Vermittlung von Klienten, sei es durch Auftritte bei unseren Veranstaltungen, sei es durch werbeträchtige Titel („herausragend“, „Partner“). Solange solche Menschen deutlich in der Minderheit sind, kann eine Initiative ihre Passivität locker wegstecken; werden es aber zuviele, so erlahmt sie, denn die Wenigen, die sie mit großem Idealismus mittragen, sind irgendwann überfordert, je mehr das Projekt wächst.

Deshalb lautet die überkonfessionelle Botschaft dieses Weihnachtsnewsletters: Helfen Sie mit zu verhindern, dass besagter Drache uns eines Tages frisst. Und wenn Sie nur gelegentlich einen Stapel Flyer verteilen, irgendwo unser Spendenhäuschen aufstellen, Programmhefte auslegen, per Rundbrief Ihren Bekanntenkreis auf uns aufmerksam machen, oder 26 Cent pro Tag für unseren
„Freundeskreis“ übrig haben: Schon allein dies würde dazu beitragen, den Drachen wirkungsvoll abzuschrecken. Anregungen bietet Ihnen unser Newsletter stets in den Rubriken “Aktionen pro Auswege”, “Wir suchen ...” und “Danke”.) AUSWEGE: das sind auch Sie. Hier, wie überall, geschieht nichts von alleine.

Hunderte, wenn nicht Tausende von Kilometern sollen die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland zurückgelegt haben, um dem neugeborenen Jesus an seiner Geburtsstätte zu huldigen. Würde ein jeder, der an AUSWEGE beteiligt ist oder mit uns zumindest sympathisiert, jeden Tag bloß einen kleinen Schritt für dieses Projekt tun, so würden wir Weihnachten noch fröhlicher feiern als ohnehin.


Es grüßt Sie herzlich
Ihr

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